Schweiz weiterhin unter den Top Drei im Globalisierungs-Ranking
A.T. Kearney veröffentlicht Globalization Index

Zürich, 22. März 2004
Die Schweiz behauptet sich weiterhin unter den Top Drei des Globalization Index, der einmal im Jahr von der internationalen Top-Managementberatung A.T. Kearney gemeinsam mit dem FOREIGN POLICY Magazine erstellt wird. Wie schon im vergangenen Jahr steht Irland an der Spitze des Index, der den Globalisierungsgrad von 62 verschiedenen Staaten weltweit vergleicht und dabei 84 Prozent der Weltbevölkerung abbildet. Zentrale Bewertungskriterien sind die wirtschaftliche, soziale, politische und technologische Integration im Jahr 2002. Den zweiten Rank aus dem Vorjahr musste die Schweiz aufgrund enorm rückläufiger internationaler Investitionen an Singapur abgeben.
Basis für die gute Platzierung der Schweiz ist die herausragende Bewertung im Bereich „Personal Ranking“, das sich aus den Indikatoren internationale Telefonminuten, Reisen und Finanztransaktionen zusammensetzt. Rückläufig war dagegen die Summe internationaler Direkt-Investitionen: So flossen nur noch 3,6 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 9,5 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahreszeitraum ins Land. Auch die Auslandinvestitionen Schweizer Investoren verringerten sich von 18,3 Milliarden im Vorjahr auf 10,1 Milliarden US-Dollar. Entsprechend sank der Anteil der Auslandsinvestitionen an der Gesamtkonjunktur auf 5,1 Prozent, was die Schweiz in dieser Hinsicht hinter Staaten wie beispielsweise die Slowakei (17 Prozent) oder Kroatien (7,4 Prozent) zurückwirft. „Das ist nicht zuletzt auch der Grund dafür, dass die Schweiz ihren zweiten Platz an Singapur verloren hat und nunmehr in Summe den dritten Rang belegt“, sagt Manfred Tuerks, Sprecher der A.T. Kearney International AG, Schweiz.
Im Hinblick auf das „Political Ranking“, das das Engagement auf internationaler politischer Ebene bewertet, belegt die Schweiz als Nicht-UN-Mitglied lediglich die hinteren Plätze. „In allen anderen Bereichen ist die Schweiz jedoch so weit vorne, dass es in Summe für einen Dritten Platz reicht“, so Tuerks.
Index spiegelt Denken und Handeln wieder
„Bei der Ermittlung des Globalization Index geht es nicht allein um das Volumen internationaler Handelsbeziehungen oder die Summe von Auslandsinvestitionen“, betont Tuerks: „Vielmehr betrachtet der Index auch, wie global die Menschen in den Ländern denken und handeln. Er gibt Aufschluss über den Stand der Globalisierung in den untersuchten Ländern und damit auch in der Staatengemeinschaft. Um dies zu ermitteln, werden neben ökonomischen Indikatoren auch die soziale, politische und technologische Integration berücksichtigt und damit das Schlagwort ‚Globalisierung’ mit konkreten Zahlen gefüllt.“
Weltweite Ökonomische Rückschläge
Gab der letzte Index noch Anlass zur Sorge, die Globalisierung hätte durch die Anschläge vom September 2001 in Summe einen schweren Rückfall erlitten, kann der aktuelle Index, diese Bedenken zerstreuen. So erreichte beispielsweise die Zahl der internationalen Reisen wieder das Niveau vor den Anschlägen und auch der internationale Telefonverkehr erreichte mit durchschnittlich 21 Minuten pro Person den höchsten jemals gemessenen Stand.
Negative Auswirkungen hatte die weltweit schwache Konjunktur auf die ökonomische Integration: Sie fiel auf das niedrigste Niveau seit 1998. Gründe dafür sind nicht zuletzt verschiedene Firmen-Skandale, der Beinahe-Zusammenbruch Argentiniens und Terror-Anschläge in Indonesien und Kenia.
Internet nach wie vor treibende Kraft
Neue Dynamik dagegen erhielt die weltweite Globalisierung abermals durch das Internet: Weltweit kamen mehr als 130 Millionen Menschen als neue Internet-Anwender hinzu, so dass der Anteil der Online-Nutzer von 8,1 auf 9,9 Prozent der Bevölkerung anstieg.
In diesem Jahr wurde bei der Erstellung des Index besonderes Augenmerk auf die Argumente der Globalisierungsgegner gelegt und hinterfragt, ob die Globalisierung eine Gefahr für traditionelle Werte, die Gleichstellung der Frau oder die Sicherung der Sozialsysteme darstellt. Dabei zeigte sich, dass die Länder, in denen die Globalisierung am weitesten fortgeschritten ist, auch die Länder sind, deren Bevölkerung länger und gesünder lebt und in denen Frauen die größte soziale und wirtschaftliche Sicherheit sowie die beste Bildung genießen.
Die Top 20 im Überblick:
1. Irland (1) 2. Singapur (4) 3. Schweiz (2) 4. Niederlande (5) 5. Finnland (10) 6. Kanada (7) 7. Vereinigte Staaten (11)
8. Neuseeland (16) 9. Österreich (8) 10. Dänemark (6) |  | 11. Schweden (3) 12. Großbritannien (9) 13. Australien (21) 14. Tschechien (15) 15. Frankreich (12) 16. Portugal (14) 17. Norwegen (13) 18. Deutschland (17) 19. Slowenien 20. Malaysia (18) |
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