Schweiz liegt bei ausländischen Direktinvestitionen weit zurück

Zürich, 11. März 2005
China und Indien sind weltweit die attraktivsten Standorte im Wettbewerb um internationale Direktinvestitionen. Die beiden rasch wachsenden Wirtschaftssysteme erhöhen den Wettbewerbsdruck auf die USA und Europa nachhaltig. Die Schweiz rangiert erst sehr weit hinten im aktuellen Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index® von A.T. Kearney, einer der weltweit führenden Unternehmensberatungsfirmen.
Zürich, 11. März 2005 – Eine Studie von A.T. Kearney zeigt, dass Unternehmen in Zukunft mehr als die Hälfte aller Offshore-Investitionen insgesamt nach Indien oder China fliessen lassen werden. Grundlage dafür bildet eine Befragung von Vorständen und Führungskräften der 1’000 weltweit grössten Unternehmen.
Die Schweiz mit harter Konkurrenz aus Westeuropa konfrontiert Die Schweiz gehört gemäss dem Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index® nicht zu den 25 attraktivsten Destinationen für Direktinvestionen und fällt aus dem Ranking. Selbst wenn man sich ausschliesslich auf die Umfrageergebnisse unter europäischen Grossinvestoren konzentriert, kann sich die Schweiz gegenüber der harten Konkurrenz aus Westeuropa nur schwer behaupten. Hinter den grossen Märkten Deutschland (Rang 3), Frankreich (Rang 6), Spanien (Rang 8) und Grossbritannien (Rang 12) liegt die Schweiz auf Rang 23. Auch europaweit wird die Rangliste von den Wachstumsmärkten China (Rang 1) und Indien (Rang 2) angeführt.
Anhaltender Druck auf Westeuropa und die USA China bleibt weiterhin der attraktivste FDI-Bestimmungsort, während Indien sich innerhalb nur eines Jahres von der sechsten Position an die dritte Stelle schieben konnte. „Die Vereinigten Staaten haben zwar ihren zweiten Platz noch knapp behauptet, doch kann man davon ausgehen, dass Indien schon bald aufschliessen wird“, sagt Paul A. Laudicina, Vice President bei A.T. Kearney und Chef des Global Business Policy Council, das die Studie durchführte: „China und Indien arbeiten weiterhin an ihren führenden Positionen in der globalen Wirtschaft. Entsprechend steigt auch der Druck auf die Vereinigten Staaten und den Rest der Welt immer weiter an“.
Klare Rollenverteilung zwischen China und Indien In Zukunft werden mehr als die Hälfte aller Offshore-Investitionen entweder nach Indien (35 Prozent) oder nach China (16 Prozent) fliessen. „Dabei sind die Rollen zwischen den beiden Ländern klar verteilt. China ist führend im Bereich Fertigung und Montage, während in Indien vor allem IT-Services, Business Prozesse sowie Forschungs- und Entwicklungsaufgaben umgesetzt werden,“ so Laudicina. Internationale Investoren bevorzugen China gegenüber Indien vor allem wegen dessen Marktgrösse, dem Zugang zu weiteren Exportmärkten, staatlichen Anreizen und der guten Infrastruktur. Indien hat in den Bereichen Ausbildungsgrad der Arbeitskräfte, Management-Skills, Rechtssicherheit und Transparenz gegenüber China die Nase vorn.
Auch Westeuropa gestärkt Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wird das Klima für internationale Investitionen von der grossen Mehrheit der befragten Unternehmensvorstän-de (69 Prozent) wieder als positiv bewertet, ungeachtet der Tatsache, dass weltweit die grenzüberschreitenden Investitionen um 16 Prozent auf 565 Milliarden US-Dollar zurückgegangen sind. In der Gunst internationaler Investoren besonders stark gestiegen sind Länder wie Grossbritannien (Rang 4/im Vorjahr Rang 7), Frankreich (6/11), Australien (7/19) und Hong Kong (8/22). |