A.T. Kearney-Studie: Immer mehr Unternehmen in Industrienationen werden von Käufern aus Schwellenländern* übernommen
Akquisitionen durch Firmen aus Schwellenländern markant gestiegen

Zürich, 08. April 2008
Im Jahr 2007 wurden über 25'000 Unternehmensübernahmen vollzogen. Dies entspricht einem neuen Rekordniveau und einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von sechs Prozent über die letzten fünf Jahre. Mit 26 Prozent im selben Zeitraum deutlich stärker gewachsen ist allerdings die Anzahl von Übernahmen, bei denen Unternehmen aus Schwellenländern Wettbewerber aus Industrienationen aufkauften. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney, die nach 2006 zum zweiten Mal den weltweiten Markt für Mergers & Acquisitions (M&A) untersucht hat.
A.T. Kearney untersucht in der Studie die globale Entwicklung von Mehrheitsübernahmen im Zeitraum von 2002 bis 2007. Ein Segment hat sich besonders stark entwickelt: Transaktionen zwischen Unternehmen aus etablierten Ländern und Schwellenländern wachsen mit jährlich 19 Prozent weit stärker als der weltweite Durchschnitt von sechs Prozent. Mit 26 Prozent die absolut höchste Wachstumsrate verzeichnen Übernahmen von Firmen in Industrieländern durch Unternehmen aus Schwellenländern.
Indien dominiert auf der Käuferseite
Die Studie belegt, dass immer mehr Firmen aus Schwellenländern über Akquisitionen in etablierte Märkte eintreten. Am aktivsten sind Käufer aus asiatischen Ländern - zuvorderst Indien, woher 29 Prozent aller Käufer stammen, gefolgt von Malaysia mit 14 Prozent und China mit 13 Prozent. Zusätzlich verstärkt wird der Trend durch die wachsende Bedeutung von Staatsfonds in Schwellenländern, die bedeutende Anteile an Unternehmen erwerben.
In der umgekehrten Betrachtung steht China als Zielland für Investoren aus etablierten Ländern unangefochten an erster Stelle. Dort fanden im letzten Jahr 24 Prozent aller Übernahmen statt. Analysiert man die Übernahmeziele nach Sektoren, stehen Rohstoffe (14%), Konsumgüter & Einzelhandel (12%) sowie Finanzinstitutionen (9%) im Fokus.
Unterschiedliche Motive für Akquisitionen
Die Studie verdeutlicht, dass sich Unternehmen aus Industrie- und aus Schwellenländern bei Akquisition von unterschiedlichen Motiven leiten lassen. Unternehmen aus etablierten Ländern verfolgen vorrangig zwei Strategien: Kostensenkung und Ausschöpfung der Potenziale in stark wachsenden Märkten. Durch Akquisitionen verschaffen sie sich Zugang zu Niedrig-Lohn-Strukturen und positionieren sich dort gegen Wettbewerber. Käufer aus Schwellenländern suchen hingegen den Zugang zu Technologien, Märkten und innovativen Produkten. Ausserdem versuchen sie mit kostengünstigeren Produkten neue Käuferschichten und grössere Anteile auf den etablierten Märkten zu erreichen.
* Für diese Studie wurde die Welt in Anlehnung an die Definition der Weltbank und des International Monetary Fund anhand des Human Development Indexes in etablierte Länder (Australien, Hong Kong, Israel, Japan, Neuseeland, Nordamerika, Singapur, Südkorea, Taiwan, Westeuropa) und Entwicklungsländer/Schwellenländer unterteilt. |